Handelsmarken im FMCG-Bereich: Von der Kür zur Pflicht

Welche Tiefkühlpizza schmeckt Ihnen am besten? Dieser Frage widmete sich Koch Nelson Müller im TV-Format ZDFzeit.

 

In einer Blindverkostung traten zwei Markenprodukte gegen drei Handelsmarken an. Der Geschmackssieger der Tester ist die TK-Pizza der Handelsmarke „gut & günstig“ aus dem Hause EDEKA. Ob dies ein positiver Ausreißer ist oder Handelsmarken 2016 aus Konsumentensicht mehr zu bieten haben als einen guten Preis, nimmt das aktuelle Consumer Barometer von IFH Köln und KPMG in den Blick.   

 

Eine zentrale Erkenntnis: Das Angebot von FMCG-Handelsmarken (Fast Moving Consumer Goods) in verschiedenen Preisklassen gilt als Differenzierungsmerkmal und ist immer wichtiger, um als „guter Händler“ wahrgenommen zu werden. So erwarten mehr als drei Viertel der Konsumenten, dass ihre bevorzugten Drogerie- und Lebensmittelmärkte Handelsmarken anbieten. Fast jeder zweite Konsument würde ein Geschäft einem anderen zudem aufgrund des Handelsmarkensortiments vorziehen.

 

Handelsmarken bieten spezifische Mehrwerte

FMCG-Handelsmarken werden zwar hauptsächlich für den alltäglichen Konsum erstanden, etablieren sich zunehmend aber auch im Premiumbereich und bei besonders mehrwertorientierten Warengruppen. Konsumenten wählen beispielsweise bei regionalen Produkten, Feinkost, küchen- und verzehrfertigen Produkten, sowie Bio- und Light-Produkten mehrheitlich Handelsmarken. Diese werden außerdem immer beliebter, wenn es darum geht, für Gäste oder Feste einzukaufen, oder um sich etwas zu gönnen. So sind Handelsmarken im FMCG-Bereich für die Konsumenten nicht nur wichtig, um generell Geld zu sparen. Sie bieten zusätzlich die Möglichkeit, sich Premiumartikel zu leisten, die sonst zu kostspielig wären.

Qualität stimmt

Die Mehrheit der Konsumenten – rund 85 Prozent – stellt an FMCG-Handelsmarken dieselben Qualitätsansprüche wie an Herstellermarken. Dabei werden sie jedoch nicht enttäuscht: Ebenso viele Befragte schätzen Handelsmarken gleichwertig zu Herstellermarken ein. Mehr als jeder zweite Verbraucher ist sogar bereit, für Handelsmarken denselben Preis zu zahlen wie für Herstellermarken.

 

Kaufentscheidung meist erst im Laden

Welches konkrete Produkt am Ende den Weg in die Tasche des Konsumenten schafft, entscheiden drei Viertel der Konsumenten erst im Laden. Erst hier, vor dem Regal, fällt die Entscheidung für oder gegen den Kauf einer Handelsmarke. Dabei hat ein Drittel der Konsumenten Schwierigkeiten Handels- und Herstellermarken überhaupt voneinander zu unterscheiden.

 

Beliebte Handelsmarken

Etwa drei Viertel der Konsumenten kaufen zumindest gelegentlich Handelsmarken im FMCG-Bereich ein. Besonders häufig landen Handelsmarken bei EDEKA (88 % der Konsumenten geben an, hier häufig bei den Handelsmarken zuzugreifen), REWE (86 %) und dm Drogerie Markt (86 %) im Einkaufswagen. Besonders zufrieden sind Konsumenten mit dem Handelsmarkensortiment von dm Drogerie Markt, EDEKA und Marktkauf.

 

Über das Consumer Barometer

Das Consumer Barometer beleuchtet quartalsweise aktuelle Entwicklungen, Trends und Treiber im Handel und Konsumgütermarkt. Die vierteljährlich durchgeführte Konsumentenbefragung von IFH Köln und KPMG beschäftigt sich mit aktuellen Trends im Handel und im Konsumentenverhalten. Im Fokus der aktuellen Ausgabe steht das Thema Handelsmarken, mit Schwerpunkt auf dem FMCG-Bereich. Für die Kurzstudie wurden 500 Konsumenten über ein Online-Panel befragt (bevölkerungsrepräsentativ nach Alter und Geschlecht). Die ausführlichen Ergebnisse können unter www.kpmg.de/consumerbarometer heruntergeladen werden – außerdem ist eine Anmeldung für den Newsletter möglich.

 

Quelle: Institut für Handelsforschung  Autor: Oliver Brimmers

 

 

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